Durch eine Zustiftung von Uli Rimmler wurde dieser Themenfonds 2026 eingerichtet. Der Förderschwerpunkt dieses Fonds liegt auf queerem Film, Medien, Musik und Kunst, deren Produktion, Veröffentlichung, Verbreitung und Diskussion.
Tabea Blumenschein (1952-2020) war proto-queere Ikone des Avantgarde-Punk, Schauspielerin, Kostüm- und Bühnenbildnerin, Regisseurin, Sängerin, Malerin und Autorin. Mit der Performancegruppe ‚Die Tödliche Doris‘ und in der Hauptrolle in ‚Bildnis einer Trinkerin‘ setzte sie laute, rebellische und unerschrocken lesbische Zeichen in der Westberliner Öffentlichkeit. Sie schuf Mode gegen jede Körpernorm, inszenierte sich auf dem Cover der Sternausgabe ‚Frauen, die Frauen lieben‘ (1985) und suchte nach Formen der Lust etwa in Zeichnungen von 31 Vibrator-Modellen. Ihr Lebenswerk galt einer unprätentiösen, queer bewegenden, sich immer wieder neu erfindenden Kunst.
Melitta Sundström (1963-1993, bürgerlich Thomas Gerards) war Soul-Tunte, Unterhaltungskünstler*in, schrieb als 'Hanne Fisch' für die ‚Siegessäule‘ und spielte Theater. Mit den Soloprogrammen ‚Mein Kampf – Krämpfe einer Damendarstellerin‘ und ‚Ein Leben im Liegen‘, Ensembles wie den ‚Bermudaas‘ und ‚Ladies Neid‘ intervenierte sie kritisch und humorvoll in schwule und queere Subkulturen. Die öffentliche Auseinandersetzung mit dem eigenen HIV-Status, der Benefizauftritt für den Pflegedienst HIV e.V. (1987) und die Mitarbeit an ‚Ein Virus kennt keine Moral‘ (1985) mahnen zur widerständigen Entschlossenheit – gegen Konventionen, Tod und Moral. Melitta Sundström verstarb im September 1993, einige Tage nach der Veröffentlichung ihrer gleichnamigen CD. Ihr kollektiv-queerer Schaffensgeist steht für befreiende Kunst und Kultur.
Der Fonds unterstützt Projekte queerer Menschen und queerer Organisationen, die diese Ziele in Zusammenarbeit mit queeren Communities umsetzen sowie Projekte, die Interaktion, Austausch und Kommunikation unterstützen. Ehrenamtlich getragene Projekte werden bevorzugt gefördert.
Realisiert werden diese Ziele etwa über:
Es gilt derzeit die Höchstfördersumme von 5.000 Euro pro Projekt.
Melitta Sundström
©Jürgen Baldiga, Schwules Museum Berlin – Leihgeber Aron Neubert Der Fonds befindet sich im Aufbau. Zustiftungen zu diesem Themenfonds sind ab einer Höhe von 1.000 Euro möglich.
Am 31.12.2025 betrug das Vermögen des Fonds 10.000 Euro. Auf dieser Basis sind Förderungen in begrenztem Umfang möglich. Eine Filmförderung erfolgt, sobald der Fonds ein ausreichendes Fördervolumen erreicht hat.