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Tabea Blumenschein
Kontext: Bildnis einer Trinkerin, Foto: Ulrike Ottinger, Berlin, 1979 © Ulrike Ottinger
www.ulrikeottinger.comTabea Blumenschein Kontext: Bildnis einer Trinkerin, Foto: Ulrike Ottinger, Berlin, 1979 © Ulrike Ottinger www.ulrikeottinger.com
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Blumenschein-Sundström-Fonds

Durch eine Zustiftung von Uli Rimmler wurde dieser Themenfonds 2026 eingerichtet. Der Förderschwerpunkt dieses Fonds liegt auf queerem Film, Medien, Musik und Kunst, deren Produktion, Veröffentlichung, Verbreitung und Diskussion.

Tabea Blumenschein

Tabea Blumenschein (1952-2020) war proto-queere Ikone des Avantgarde-Punk, Schauspielerin, Kostüm- und Bühnenbildnerin, Regisseurin, Sängerin, Malerin und Autorin. Mit der Performancegruppe ‚Die Tödliche Doris‘ und in der Hauptrolle in ‚Bildnis einer Trinkerin‘ setzte sie laute, rebellische und unerschrocken lesbische Zeichen in der Westberliner Öffentlichkeit. Sie schuf Mode gegen jede Körpernorm, inszenierte sich auf dem Cover der Sternausgabe ‚Frauen, die Frauen lieben‘ (1985) und suchte nach Formen der Lust etwa in Zeichnungen von 31 Vibrator-Modellen. Ihr Lebenswerk galt einer unprätentiösen, queer bewegenden, sich immer wieder neu erfindenden Kunst.


Melitta Sundström 
©Jürgen Baldiga, Schwules Museum Berlin – Leihgeber Aron Neubert Melitta Sundström ©Jürgen Baldiga, Schwules Museum Berlin – Leihgeber Aron Neubert
Melitta Sundström

Melitta Sundström (1963-1993, bürgerlich Thomas Gerards) war Soul-Tunte, Unterhaltungskünstler*in, schrieb als 'Hanne Fisch' für die ‚Siegessäule‘ und spielte Theater. Mit den Soloprogrammen ‚Mein Kampf – Krämpfe einer Damendarstellerin‘ und ‚Ein Leben im Liegen‘, Ensembles wie den ‚Bermudaas‘ und ‚Ladies Neid‘ intervenierte sie kritisch und humorvoll in schwule und queere Subkulturen. Die öffentliche Auseinandersetzung mit dem eigenen HIV-Status, der Benefizauftritt für den Pflegedienst HIV e.V. (1987) und die Mitarbeit an ‚Ein Virus kennt keine Moral‘ (1985) mahnen zur widerständigen Entschlossenheit – gegen Konventionen, Tod und Moral. Melitta Sundström verstarb im September 1993, einige Tage nach der Veröffentlichung ihrer gleichnamigen CD. Ihr kollektiv-queerer Schaffensgeist steht für befreiende Kunst und Kultur.

Ziele des Fonds
  • Produktion von Medien, Musik, Kunst und Film, die ein öffentliches Publikum adressieren und eine differenzierte Auseinandersetzung mit queeren Lebenswelten, Kultur oder Geschichte anleiten.
  • Verbreitung und Veröffentlichung von queerem Film, Medien, Musik und Kunst in einer Weise, die eine differenzierte, öffentliche Auseinandersetzung mit queeren Lebenswelten, Kultur oder Geschichte anleitet

Der Fonds unterstützt Projekte queerer Menschen und queerer Organisationen, die diese Ziele in Zusammenarbeit mit queeren Communities umsetzen sowie Projekte, die Interaktion, Austausch und Kommunikation unterstützen. Ehrenamtlich getragene Projekte werden bevorzugt gefördert.

Realisiert werden diese Ziele etwa über:

  • Podcasts, Hörspiele, visuelle und digitale Kunst, Videokunst, Webangebote, Kurz- und Langspielfilm, Stationäre und Wanderausstellungen, Zines, Arrangements, Installationen, Aufführungen, künstlerische Festivals, Screenings, Inszenierungen (gefördert werden Sachkosten für Produktions- und Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungsmaterial, Raummiete u. ä., kuratorische Tätigkeiten sind in Ausnahmefällen im geringen Umfang förderfähig)
  • Diskussionsformate, Führungen, interaktive Vorträge, Workshops

Es gilt derzeit die Höchstfördersumme von 5.000 Euro pro Projekt.




Der Fonds befindet sich im Aufbau. Zustiftungen zu diesem Themenfonds sind ab einer Höhe von 1.000 Euro möglich.

Am 31.12.2025 betrug das Vermögen des Fonds 10.000 Euro. Auf dieser Basis sind Förderungen in begrenztem Umfang möglich. Eine Filmförderung erfolgt, sobald der Fonds ein ausreichendes Fördervolumen erreicht hat.

 

Aus dem Blumenschein-Sundström-Fonds geförderte Projekte

Seit der Gründung im Jahr 2026 wurden durch diesen Fonds folgende Projekte gefördert:

2026  

Queer Frequencies: Musik, Technik & Community

QUEER FREQUENCIES ist ein partizipatives Musik- und Bildungsprojekt für LSBTIQ*queere FLINTA* in Hamburg. Community-Kurator*innen entwickeln gemeinsam mit dem FMZ Workshops, Skill-Sharing und eine öffentliche Listening Session. Themen sind queere Sichtbarkeit, Zugänge und Diskriminierung in Musik- und Kulturräumen. Ein DIY-Music-Tech-Lab verbindet Empowerment mit praktischer Technikvermittlung und gemeinsamer künstlerischer Gestaltung. (2026-123)

BIG BANGING - Vermittlungsprogramm

BIG BANGING ist ein Theaterprojekt des Theater Thikwa. Das Stück ist eine Aufklärungsstunde als Gegenentwurf zu aufkommendem Neo-Eugenik. Das Ensemble tritt als Expert*innen auf und zeigt: Sex ist vielfältig und Vielfalt sexy. Inspiriert von Queerer Ökologie und dem Ecosexual Manifest von Sprinkle und Stephens konfrontiert das Stück klassische Sexualkunde mit der Erotik der mehr-als-menschlichen Welt. Zusätzlich zu den Aufführungen wird ein Vermittlungsprogramm für Schulen entwickelt. (2026-146)

 

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